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50/50 oder 70/30 Liquid – was bedeutet PG/VG?

50/50 oder 70/30 Liquid – was bedeutet PG/VG?

Hinweis: Liquids und E-Zigaretten verkaufen wir nur an Erwachsene ab 18 Jahren. Nikotin macht sehr stark abhängig. Dieser Text informiert und ersetzt keine ärztliche Beratung.

Von Abdulaziz Kirawan, Mitgründer und Inhaber, Pharao Shisha Store · Veröffentlicht: 26. August 2026 · Aktualisiert: 3. September 2026

Kurz & Knapp

  • PG ist dünnflüssig, trägt das Aroma und sorgt für ein kräftiges Zuggefühl; VG ist dickflüssig und erzeugt dichten Dampf.
  • 50/50 bedeutet je 50 Prozent PG und VG; es ist das Standardverhältnis für Pod-Systeme und MTL-Geräte.
  • 70/30 steht in Deutschland fast immer für 70 Prozent VG und 30 Prozent PG; es gehört in Sub-Ohm-Verdampfer mit großen Liquidöffnungen.
  • Fehlerbild: Zu dickes Liquid im kleinen Pod führt zu trockenen Zügen; zu dünnes Liquid im großen Verdampfer läuft aus.
  • Rechtsrahmen: Nikotinhaltige Liquids sind auf 10 ml je Flasche und 20 mg/ml begrenzt (Quelle 2); die Tabaksteuer beträgt seit dem 1. Januar 2026 0,32 Euro je Milliliter, auch für nikotinfreie Basen (Quellen 3 und 4).
  • Gesundheit: Das BfR nennt Reizungen bei empfindlichen Personen durch PG und fehlende Langzeitstudien zum Einatmen beider Stoffe (Quelle 1).

PG/VG bezeichnet das Mischungsverhältnis der beiden Basisstoffe eines E-Liquids: Propylenglykol (PG) und pflanzliches Glycerin (VG). Die Angabe 50/50 bedeutet je 50 Prozent, die Angabe 70/30 steht in Deutschland fast immer für 70 Prozent VG und 30 Prozent PG. Das Verhältnis bestimmt, wie dickflüssig ein Liquid ist, wie viel Dampf es erzeugt und wie stark das Aroma und das Zuggefühl ausfallen. Welches Verhältnis richtig ist, hängt allein vom Gerät ab.

Die Frage nach 50/50 oder 70/30 gehört zu den drei häufigsten, die wir zu Liquids bekommen. Oft steckt ein konkretes Problem dahinter: ein Pod, der verbrannt schmeckt, oder ein Verdampfer, der ausläuft. In beiden Fällen ist meist das Verhältnis falsch für das Gerät. Wir erklären deshalb zuerst, was PG und VG im Liquid tun, dann, welches Verhältnis zu welchem Gerät passt, und am Ende, was beim Lesen der Angaben zu beachten ist. Wir verkaufen Liquids in beiden Verhältnissen; der Text soll Ihnen die Zuordnung zum Gerät erklären, nicht eine Sorte verkaufen.

Was bedeutet PG bei Liquid?

PG steht für Propylenglykol, einen farblosen, fast geruchlosen Alkohol, der in Lebensmitteln, Kosmetik und Nebelmaschinen eingesetzt wird. Im Liquid ist PG der Träger für Aromen, weil sich die meisten Aromastoffe darin gut lösen. PG ist dünnflüssig, fließt schnell durch enge Öffnungen und sorgt für das Kratzen im Hals, das Umsteiger von der Zigarette kennen. Es erzeugt wenig sichtbaren Dampf.

Ein höherer PG-Anteil macht das Liquid dünner, das Aroma klarer und den Zug härter. Kompakte Pod-Systeme und MTL-Geräte kommen mit 50 Prozent PG oder mehr gut zurecht, weil ihre Liquidöffnungen klein sind. Das Bundesinstitut für Risikobewertung weist darauf hin, dass PG bei empfindlichen Menschen Augen und Atemwege reizen kann und dass Langzeitstudien zum Einatmen fehlen (Quelle 1). Wer nach dem Dampfen einen trockenen Hals hat, verträgt oft einen niedrigeren PG-Anteil besser.

Was bedeutet VG bei Liquid?

VG steht für Vegetable Glycerin, auf Deutsch pflanzliches Glycerin. Es wird aus Pflanzenölen gewonnen, ist zähflüssig und schmeckt leicht süß. Im Liquid ist VG für die Dampfmenge zuständig: Je mehr VG, desto dichter und weicher der Dampf. VG dämpft das Aroma etwas und mildert das Kratzen im Hals.

Ein hoher VG-Anteil stellt Anforderungen an das Gerät. Das dicke Liquid fließt langsam, deshalb braucht die Coil große Liquidöffnungen und viel Watte, und die Leistung muss ausreichen, um die Menge zu verdampfen. Das sind die Eigenschaften von Sub-Ohm-Verdampfern für den direkten Lungenzug. In einem kleinen Pod kommt ein 70/30-Liquid nicht schnell genug an der Coil an, und die Watte trocknet aus. Das BfR nennt für Glycerin denselben Stand wie für PG: keine Langzeitstudien zum Einatmen, und beim Überhitzen können Aldehyde entstehen (Quelle 1).

50/50 oder 70/30: der Vergleich nach Gerät

Die Tabelle zeigt, welches Verhältnis zu welchem Gerätetyp passt und woran Sie einen Fehlgriff erkennen. Die Zuordnung beruht auf den Leistungsangaben der Coil-Hersteller und auf Nutzerrückmeldungen. Wenn der Coil-Hersteller ein Verhältnis vorgibt, hat diese Angabe Vorrang vor der Tabelle. Die Watt-Werte sind Richtwerte für gängige Coils.

Passendes PG/VG-Verhältnis nach Gerätetyp, Widerstand und Leistung mit typischen Fehlerbildern
Gerätetyp Widerstand Leistung Passendes Verhältnis Fehlerbild bei falschem Liquid
Pod-System, klein 0,8–1,2 Ohm 8–15 W 50/50 70/30: trockene Züge, verbrannter Geschmack
MTL-Verdampfer 0,8–1,8 Ohm 10–18 W 50/50 bis 60/40 VG 70/30: langsamer Nachfluss
Pod-System mit Mesh-Coil 0,4–0,8 Ohm 18–30 W 50/50 oder 60/40 VG hoher PG-Anteil: Kratzen bei hoher Leistung
Sub-Ohm-Verdampfer (DL) 0,15–0,4 Ohm 40–80 W 70/30 VG 50/50: Auslaufen, Gurgeln, Spritzer
Rebuildable (RDA/RTA) 0,1–0,4 Ohm 50–100 W 70/30 bis 80/20 VG 50/50: läuft aus

Ein Verhältnis ist nicht besser als das andere. 50/50 ist nicht schwächer und 70/30 nicht besser; beide sind Werkzeuge für unterschiedliche Geräte. Wer ein kompaktes Pod-System nutzt, braucht die Fließfähigkeit von 50/50. Wer einen Sub-Ohm-Verdampfer mit 60 Watt betreibt, braucht die Dichte von 70/30, sonst läuft der Tank aus. Die Nikotinstärke muss ebenfalls zum Gerät passen; wie das mit Nikotinsalz zusammenhängt, steht im Ratgeber zu Nikotinsalz-Liquids.

Was passiert, wenn das Liquid zu dickflüssig ist?

Ist das Liquid für die Coil zu dick, fließt es langsamer nach, als die Coil verdampft. Die Watte trocknet von innen aus, und der Zug schmeckt trocken oder verbrannt. Das Problem tritt oft erst nach mehreren Zügen auf, wenn der Vorrat in der Watte aufgebraucht ist. Bei kleinen Pods mit engen Öffnungen ist das die häufigste Ursache für Dry Hits, die nichts mit dem Füllstand zu tun haben.

Das Gegenteil ist ebenso ein Problem. Ein 50/50-Liquid in einem Sub-Ohm-Verdampfer läuft durch die großen Öffnungen zu schnell in die Watte, überflutet die Coil und tritt durch die Luftlöcher aus. Sie hören ein Gurgeln, bekommen Liquid ins Mundstück und finden Flecken in der Tasche. Beides lässt sich vermeiden, wenn Sie Liquid und Coil zusammen auswählen. Wie Sie einen verbrannten Geschmack im Detail einordnen, erklärt der Ratgeber Vape schmeckt verbrannt.

Ist 50/50 oder 70/30 für Pod-Systeme geeignet?

Für klassische Pod-Systeme mit Widerständen ab 0,8 Ohm ist 50/50 das passende Verhältnis. Die Liquids in unserem Sortiment an Liquids für E-Zigaretten, die für Pods gedacht sind, tragen fast alle diese Angabe, und Nikotinsalz-Liquids sind praktisch immer 50/50. Moderne Pods mit Mesh-Coils unter 0,6 Ohm und größeren Öffnungen kommen auch mit 60/40 zurecht. Sehr kleine Pods bleiben bei 50/50.

70/30 in einem Pod ist nur dann sinnvoll, wenn der Hersteller es ausdrücklich freigibt. Das ist bei einigen leistungsstarken Pod-Mods mit Sub-Ohm-Coils der Fall, bei den meisten kompakten Geräten nicht. Wer unsicher ist, liest die Angabe auf der Coil oder in der Anleitung; sie nennt fast immer einen Leistungsbereich und häufig ein empfohlenes Verhältnis. Fehlt die Angabe, ist 50/50 die sichere Wahl für alles ab 0,8 Ohm.

PG/VG bei Basen zum Selbermischen

Wer mit Longfill-Aromen mischt, wählt das Verhältnis über die Base. Basen gibt es als 50/50, 70/30 und in Zwischenstufen; das fertige Liquid hat dann ungefähr dieses Verhältnis, weil das Aroma selbst meist PG-basiert ist und den PG-Anteil leicht erhöht. Beachten Sie, dass auch nikotinfreie Basen seit Juli 2022 als Substitute für Tabakwaren besteuert werden; der Zoll nennt ausdrücklich Propylenglykol und Glycerin als steuerpflichtige Vorprodukte (Quelle 3). Seit dem 1. Januar 2026 beträgt der Satz 0,32 Euro je Milliliter (Quelle 4). Wie Longfills funktionieren, steht im Ratgeber zu Longfill-Aromen.

PG/VG-Angaben richtig lesen

Die Reihenfolge der Zahlen ist nicht genormt. In Deutschland und den meisten europäischen Shops steht die VG-Zahl vorn: 70/30 heißt 70 VG und 30 PG. Auf manchen Verpackungen und in Foren aus dem englischsprachigen Raum wird PG zuerst genannt. Eine bloße Angabe „70/30" ohne Buchstaben ist deshalb nicht eindeutig. Verlässlich sind Angaben mit Kennzeichnung wie „70VG/30PG" oder eine Zutatenliste, in der Glycerin vor Propylenglykol steht.

Zwei weitere Angaben auf der Flasche sind Pflicht. Nikotinhaltige Liquids dürfen in Deutschland höchstens 10 ml je Flasche und 20 mg Nikotin je Milliliter enthalten; das regelt § 14 des Tabakerzeugnisgesetzes (Quelle 2). Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit listet die Pflichtangaben: Inhaltsstoffe in absteigender Reihenfolge, Nikotingehalt, Warnhinweis und Beipackzettel (Quelle 5). Fehlen diese Angaben, stammt das Produkt nicht aus einer regulären Quelle.

Fazit: Das Verhältnis richtet sich nach dem Gerät, nicht nach dem Geschmack

50/50 gehört in Pod-Systeme und MTL-Geräte, 70/30 in Sub-Ohm-Verdampfer. Wer diese eine Regel beachtet, vermeidet die beiden häufigsten Probleme, die bei Pods und Verdampfern auftreten: trockene Züge im Pod und auslaufende Tanks. Ein allgemein besseres Verhältnis gibt es nicht, weil Fließfähigkeit und Dampfdichte sich gegenseitig ausschließen. Wer beides will, braucht zwei Geräte.

Unsere Empfehlung: Legen Sie zuerst das Gerät fest, lesen Sie die Coil-Angabe und wählen Sie dann das Liquid. Wer von einer Einweg-Vape auf ein Pod-System wechselt, nimmt 50/50 und die gewohnte Nikotinstärke. Wer große Dampfmengen will, kauft einen Sub-Ohm-Verdampfer und dazu 70/30 mit niedriger Nikotinstärke. Und lesen Sie die Buchstaben hinter den Zahlen, nicht nur die Zahlen.

Quellen und Datenstand

  1. Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) (2025): E-Zigaretten: Alles andere als harmlos – Fragen und Antworten (Abschnitte zu Propylenglykol und Glycerin). bfr.bund.de. https://www.bfr.bund.de/fragen-und-antworten/thema/e-zigaretten-alles-andere-als-harmlos/. Abgerufen am 03.09.2026.
  2. Bundesministerium der Justiz (2016, zuletzt geändert 2024): Gesetz über Tabakerzeugnisse und verwandte Erzeugnisse (TabakerzG), § 14 Beschaffenheit von elektronischen Zigaretten und Nachfüllbehältern. gesetze-im-internet.de. https://www.gesetze-im-internet.de/tabakerzg/BJNR056910016.html. Abgerufen am 03.09.2026.
  3. Generalzolldirektion (2023): Pressemitteilung: Zoll prüft Einhaltung des Tabaksteuergesetzes im Raum München – Aromen, Propylenglykol und Glycerin als steuerpflichtige Substitute. zoll.de. https://www.zoll.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/DE/Zigaretten/2023/z39_e_zigaretten_ro.html. Abgerufen am 03.09.2026.
  4. Generalzolldirektion (2026): Höhe der Tabaksteuer – Steuertarif nach § 2 TabStG, Substitute für Tabakwaren. zoll.de. https://www.zoll.de/DE/Fachthemen/Steuern/Verbrauchsteuern/Alkohol-Tabakwaren-Kaffee/Steuerhoehe-Besonderheiten-kleine-Erzeuger/Tabak/tabak_node.html. Abgerufen am 03.09.2026.
  5. Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) (2022): E-Zigaretten und E-Liquids – Kennzeichnung und rechtliche Anforderungen. bvl.bund.de. https://www.bvl.bund.de/DE/Arbeitsbereiche/03_Verbraucherprodukte/02_Verbraucher/05_Tabakerzeugnisse/04_EZigaretten_ELiquids/bgs_EZigaretten_ELiquids_Tabakerzeugnisse_node.html. Abgerufen am 03.09.2026.

Datenstand: September 2026. Rechtsstände wurden am Tag der Aktualisierung per Websuche geprüft. Ändert sich eine Zahl oder ein Gesetz, aktualisieren wir diesen Abschnitt und das Datum in der Autorzeile.

Häufige Fragen

Was bedeutet 50/50 bei Liquid?

50/50 bedeutet, dass die Basis des Liquids zur Hälfte aus Propylenglykol (PG) und zur Hälfte aus pflanzlichem Glycerin (VG) besteht. Das Liquid ist dünnflüssig genug für enge Pod-Öffnungen und liefert klares Aroma mit kräftigem Zuggefühl. Es ist das Standardverhältnis für Pod-Systeme und MTL-Geräte.

Was ist der Unterschied zwischen PG und VG?

PG (Propylenglykol) ist dünnflüssig, trägt das Aroma und erzeugt das Kratzen im Hals. VG (pflanzliches Glycerin) ist dickflüssig, erzeugt dichten, weichen Dampf und dämpft das Aroma leicht. Das Verhältnis der beiden Stoffe bestimmt, für welches Gerät ein Liquid geeignet ist.

Macht mehr VG mehr Dampf?

Ja. Ein höherer VG-Anteil erzeugt dichteren und größeren Dampf, weil Glycerin beim Verdampfen mehr sichtbare Tröpfchen bildet. Dafür wird das Liquid dickflüssiger und braucht einen Verdampfer mit großen Liquidöffnungen und ausreichend Leistung, meist einen Sub-Ohm-Verdampfer.

Was eignet sich besser für Pods: 50/50 oder 70/30?

Für klassische Pod-Systeme ab 0,8 Ohm ist 50/50 die richtige Wahl, weil das dünnere Liquid zuverlässig zur Coil fließt. 70/30 ist nur bei leistungsstarken Pod-Mods mit Sub-Ohm-Coils sinnvoll, wenn der Hersteller es freigibt. Fehlt eine Angabe, nehmen Sie 50/50.

Ist 70/30 immer 70 Prozent VG?

Nicht zwingend. In Deutschland steht die VG-Zahl meist vorn, im englischsprachigen Raum manchmal die PG-Zahl. Verlässlich ist nur eine Angabe mit Buchstaben wie 70VG/30PG oder die Zutatenliste, in der Glycerin vor Propylenglykol steht, wenn VG überwiegt.

Sind PG und VG gesundheitlich unbedenklich?

Beide Stoffe sind als Lebensmittelzusatz zugelassen, zum Einatmen fehlen laut BfR aber Langzeitstudien. PG kann bei empfindlichen Personen Augen und Atemwege reizen; beim Überhitzen können aus beiden Stoffen Aldehyde entstehen. Das BfR stuft E-Zigaretten deshalb als nicht risikofrei ein.